Die Junge Union und die Schüler Union Spandau fordern nachvollziehbare Tempo-30-Regelungen und mehr innovative Konzepte für die Schulwegsicherheit.

Die Inflation von Tempo-30-Zonen in ganz Spandau hat dazu geführt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen immer weniger beachtet werden.

Ein gefährliches Problem, insbesondere vor Schulen! Hier gilt Tempo 30 oft zeitlich unbegrenzt – auch außerhalb der Schulzeiten! Viele Autofahrer ignorieren deshalb das Tempolimit. Rücksicht auf Schulkinder am Wochenende erscheint ihnen unsinnig und wirklichkeitsfern. Und nicht nur dann. Viele rechnen schon am Nachmittag nicht mehr mit Schülern, auch weil sie die mittlerweile verbreiteten Ganztagsangebote nicht aus der eigenen Schulzeit kennen.

Die zwar gut gemeinten zeitlich unbegrenzten Tempolimits werden so durch Missachtung Stück für Stück entwertet und damit schließlich zu einer Gefahr für die Schülerinnen und Schüler. An einigen Schulen ist das Tempolimit zeitlich begrenzt, an anderen gilt es dagegen uneingeschränkt. Durch mehr Einheitlichkeit wäre viel gewonnen. Heute erscheinen die unterschiedlichen Regelungen für viele Autofahrer unverständlich.

Eine ständige flächendeckende Überwachung der Tempo-30-Zonen ist unmöglich. Deshalb müssen die Geschwindigkeitsbegrenzungen nachvollziehbar und einheitlich gestaltet werden. Das bedeutet, dass die Tempolimits zu den Zeiten gelten, an denen die Schüler auch tatsächlich zur Schule gehen, zum Beispiel von Montag bis Freitag von 6:30 bis 18:00. In den sechs Wochen der großen Sommerferien sollten die Tempo-30-Schilder vorübergehend aufgehoben werden.

Sebastian Millies, Vorsitzender der Jungen Union Spandau:

“So würde Tempo 30 endlich wieder ernst genommen und der Schulweg für die Spandauer Schülerinnen und Schüler deutlich sicherer werden.”

In Zukunft sollte vor Schulen verstärkte Aufmerksamkeit geweckt werden, damit Autofahrern ihre Verantwortung bewusst wird. Zum Beispiel mit elektronischen Anzeigetafeln, die Fahrtgeschwindigkeiten messen und für Fahrer und Fußgänger sichtbar machen. Diese können überhöhtes Tempo anprangern und wurden vielerorts bereits erfolgreich erprobt. An besonders gefährdeten Stellen können Warnschilder helfen, die durch Fotos von Schulkindern oder trauernden Eltern besonders stark an das Verantwortungsgefühl der Autofahrer appellieren.

Leo Mausbach, Vorsitzender der Schüler Union Spandau:

“Solche Schilder kennen wir alle von der Autobahn. Dort wird Rasern mit Bildern von trauernden Angehörigen bewusst gemacht, welchem Risiko sie sich und andere aussetzen.”